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Darmstädter Echo / 05.08.2014

05.08.2014

Konversion: Kaufvertrag für Lincoln-Sieldung ist unterzeichnet - Bereits im November sollen Studenten einziehen.

Im November sollen Wohnungen für Studierende fertig sein

Der Kaufvertrag ist unterschrieben: Die Bauvereins-Tochter BVD New Living übernimmt die Lincoln-Siedlung in Darmstadt für rund 45 Millionen Euro. Im ersten Schritt sollen binnen weniger Monate drei Häuser für studentisches Wohnen hergerichtet werden.

„Es war eine lange Zeit der Verhandlungen“, blickt Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) am Dienstag auf das schier endlose Tauziehen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) um die Lincoln-Siedlung zurück. Am Ende stehe ein guter Kompromiss. „Dies ist die Stadtentwicklungsmaßnahme, auf die wir so lange hingearbeitet haben. Die Lincoln-Siedlung kann sich nun zu einem lebendigen Quartier mit eigener Identität entwickeln.“

Am Dienstag voriger Woche wurde der Kaufvertrag unterzeichnet: Die knapp 25 Hektar große Lincoln-Siedlung geht von der Bima an die Entwicklungsgesellschaft BVD New Living, eine hundertprozentige Tochter des Bauvereins, der wiederum der Stadt Darmstadt gehört.

Der Kaufpreis wird mit rund 45 Millionen Euro angegeben. Der Vertrag muss nach Angaben von Bauvereins-Chef Hans-Jürgen Braun noch vom Haushaltsausschuss des Bundestags gebilligt werden. Dessen nächste Sitzung ist Ende September.

Das dauert zu lange für drei relativ gut erhaltene Gebäude im Norden des Lincoln-Areals: Weil der Bauverein sie umgehend als Wohnraum für Studierende herrichten und bereits ab November bezugsfertig anbieten möchte, wird dieser Komplex ab sofort von der Bima gepachtet. Die Arbeiten in diesen Häusern haben bereits begonnen (mehr dazu auf dieser Seite).

„Dieser Bereich wird als Erstes mit Leben erfüllt“, verspricht Braun. „Es ist nicht ganz unwahrscheinlich, dass noch in diesem Jahr Studenten einziehen.“

Der Bauvereins-Chef skizziert auch den weiteren Zeitplan zur Entwicklung der Lincoln-Siedlung. Demnach soll „relativ unverzüglich“ mit den Abrissarbeiten auf Neubaugrundstücken begonnen werden. Nach jetzigem Planungsstand müssen elf Gebäude fallen. Ende des Jahres, spätestens im Frühjahr 2015, soll der Abbruch beginnen.

Schule fällt, Kraftwerk bleibt

Neben etlichen Wohnhäusern muss auch die energetisch veraltete und ungünstig gelegene amerikanische Schule weichen. Dagegen soll die bestehende Kita saniert werden. Auch das Heizkraftwerk der Siedlung soll nach einer Modernisierung unter dem HSE-Dach weiter arbeiten.

Vor allem im Süden des Areals soll die Mehrzahl der Wohngebäude ebenfalls erhalten werden. Diese Häuser werden im Frühjahr von BVD New Living auf den Mutterkonzern Bauverein übertragen, von diesem hergerichtet und vermarktet.

In der zweiten Jahreshälfte 2015, so die Planung, soll der Bebauungsplan für das Quartier alle parlamentarischen Hürden genommen haben. Es folgen Wettbewerbe für interessierte Bauträger, an die in der Folge einzelne Flächen übertragen werden. Bis zu zehn Investoren könnten im Endeffekt auf dem Areal parallel tätig sein, erklärt Braun. Etwa 60 Prozent der Flächen würden durch Dritte vermarktet. „Wir hoffen, das Gelände in fünf Jahren weitgehend entwickelt zu haben.“

Ein ambitionierter Zeitplan, befindet Bima-Vorstand Axel Kunze am Dienstag: Die bundesweite Erfahrung zeige, dass sich Projekte in dieser Größenordnung bis zu zehn Jahre hinzögen. Darmstadt habe den Vorteil einer großen Marktnachfrage, entgegnet Partsch. Und überhaupt: „Wir wollen Weltmeister der Konversion werden“, kündigt der Bauvereins-Chef an.

Die Gesamt-Investitionskosten zur Schaffung von Wohnraum für 3000 Menschen in der Lincoln-Siedlung beziffert Braun auf rund 350 Millionen Euro. Hinzu kommen knapp 20 Millionen Euro Steuergeld für öffentliche Einrichtungen wie Schule, Kitas und Parkanlagen.

Ob das Quartier einen neuen Namen erhält, oder ob es bei Lincoln bleibt, steht noch nicht fest. Ein öffentlicher Wettbewerb sei denkbar, sagt der Oberbürgermeister. Und was wird aus der Cambrai-Fritsch-Kaserne auf der anderen Seite der Heidelberger Straße? Darüber, so Partsch, würden im Herbst die „Gespräche mit der Bima intensiviert“.