logo_darmstadt
Bundesimmobilien bima logo

Immobilienzeitung / 07.11.2013

07.11.2013

Darmstadt kurz vor Durchbruch bei Konversion

In den Ver­kauf des gut 24 ha gro­ßen Darm­städ­ter Kon­ver­si­ons­ge­biets Lin­coln-Sied­lung kommt Be­we­gung. In­zwi­schen haben sich die Bun­des­an­stalt für Im­mo­bi­li­en­auf­ga­ben (Bima) und die Stadt auf ein ko­ope­ra­ti­ves Ver­fah­ren ver­stän­digt. Im nächs­ten Jahr soll die Um­wand­lung in ein Wohn­ge­biet be­gin­nen.

Lange Zeit haben sie mit­ein­an­der ge­run­gen. Die Darm­städ­ter Stadt­spit­ze und die Bi­ma-Ver­tre­ter kamen über Jahre auf kei­nen ge­mein­sa­men Nen­ner, zu wel­chen Kon­di­tio­nen die Kon­ver­si­on der stadt­na­hen Lie­gen­schaf­ten vor­an­ge­hen soll­te. Erst vor we­ni­gen Wo­chen prä­sen­tier­ten sie ein ge­mein­sa­mes Eck­punk­te­pa­pier zur auf­ge­ge­be­nen US-Lin­coln-Hou­sing an der Hei­del­ber­ger Stra­ße. Es soll im De­zem­ber dem städ­ti­schen Par­la­ment zur Ab­stim­mung vor­ge­legt wer­den und in einen Ver­trag mün­den.

Wäh­rend sich die Bima u.a. dazu ver­pflich­tet, sich an den Kos­ten der ge­plan­ten In­fra­struk­tur zu be­tei­li­gen, hat die Stadt dem Wunsch der Bun­des­an­stalt ent­spro­chen, we­ni­ger Be­stands­ge­bäu­de im Nor­den des Are­als ab­rei­ßen zu las­sen. Waren ehe­mals 19 im Ge­spräch, ist jetzt die Rede von acht bis elf Häu­sern. Sie sol­len wei­chen, um das Ge­biet bes­ser nach­ver­dich­ten zu kön­nen. Der Stadt schwebt vor, auf den ins­ge­samt 58 ha gro­ßen Area­len der Lin­coln- und Jef­fer­son-Sied­lung sowie der Cam­brai- Fritsch-Ka­ser­ne Woh­nun­gen für 5.500 Men­schen ein­zu­rich­ten. Dazu könn­ten auch be­ste­hen­de Häu­ser ver­mehrt auf­ge­stockt wer­den.

15% so­zia­ler Woh­nungs­bau

In der Lin­coln-Sied­lung soll nach Vor­stel­lung von Bau­de­zer­nen­tin Bri­git­te Lind­scheid ein Stadt­teil mit Grün­gür­tel, Quar­tiers­platz, Kitas und Grund­schu­le ent­ste­hen. 30% der Woh­nun­gen sol­len be­son­de­re Wohn­for­men (z.B. für Stu­den­ten) und 15% so­zia­ler Wohn­raum sein. Die Ein­hal­tung der Quo­ten werde da­durch ge­währ­leis­tet, dass die Stadt an dem Ent­schei­dungs­pro­zess be­tei­ligt werde, "wer was wo ver­wirk­li­chen will", be­schreibt die De­zer­nen­tin. Es gebe be­reits meh­re­re In­ter­es­sen­ten, die sich dort en­ga­gie­ren möch­ten. Nicht zu­letzt die Darm­städ­ter bau­ver­ein ge­hö­re dazu. Das Erst­zu­griffs­recht der Stadt auf die Flä­chen bleibt un­be­rührt.

Darm­stadt hatte 2011 einen Rah­men­plan zur Ent­wick­lung der Lie­gen­schaf­ten auf­ge­stellt (vgl. "Darm­stadt setzt Rah­men für Stadt­quar­tie­re" vom 28.07.2011). Der­zeit ste­hen laut Lind­scheid die Be­mü­hun­gen um die Lin­coln-Sied­lung im Fokus, die Jef­fer­son-Hou­sing und die Cam­brai-Fritsch-Ka­ser­ne fol­gen. In der Zwi­schen­zeit macht sich die Stadt zudem Ge­dan­ken um die Er­wei­te­rung der Stra­ßen­bahn­li­nie 3, um die Area­le ver­kehrs­tech­nisch bes­ser an die 3 km ent­fern­te In­nen­stadt an­zu­schlie­ßen.

Konversionsgebiete

Unweit des Darmstädter Zentrums liegen rund 122 ha Konversionsfläche. Drei von sechs Arealen sollen zu Wohngebieten werden:

Lincoln-Siedlung

Die Housing mit 33 Wohngebäuden und 588 - einheiten erstreckt sich über gut 24 ha. Die Drei- bis Fünfzimmerwohnungen sind 1954/1955 erbaut worden, befinden sich laut Bima aber meist in einem guten Zustand. 2002 wurden 156 Wohnungen saniert. Außerdem gibt es zwei Kindergärten, eine Grund- und eine Mittelschule, Sportanlagen und Jugendeinrichtungen.

Jefferson-Siedlung

Diese gut 9 ha große Housing ist eine aus dem Jahr 1951 stammende Ergänzung zur Cambrai-Fritsch-Kaserne. Die sechs Wohngebäude umfassen 124 Wohnungen, hinzu kommen zwei Apartmentgebäude. Zwei der Wohngebäude sind 2002 saniert worden. Außerdem dort zu finden sind ein Hotel, eine Kapelle und ein Klinikgebäude.

Cambrai-Fritsch-Kaserne

Der als zwei Kasernen angelegte, knapp 25 ha große Komplex ist 1937/38 entstanden. 1945 übernahmen die US-Streitkräfte die Liegenschaft. Sie ist geprägt durch das Hauptquartier, die Militärschule, Einkaufs- und Freizeiteinrichtungen - insgesamt 39 Gebäude. Von den elf dreigeschossigen Unterkunfts- und Verwaltungsgebäuden stehen vier unter Denkmalschutz. Sie befinden sich laut Bima in einem mindestens guten Zustand. (api)